Gesunde und erschwingliche Lebensmittel: Grundlage, kein Luxus

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Gesunde und erschwingliche Lebensmittel sind eine Grundvoraussetzung für eine widerstandsfähige Gesellschaft. Angesichts des weltweiten Bevölkerungswachstums wird die Nachfrage nach Lebensmitteln in den kommenden Jahren weiter steigen. Dennoch unterscheiden sich die Länder und Regionen erheblich darin, wie sie diese Herausforderung angehen. In vielen Teilen der Welt liegt der Schwerpunkt nach wie vor auf der Vergrößerung, Intensivierung und weiteren Konzentration der landwirtschaftlichen Produktion in großen Unternehmen. In Westeuropa ist jedoch eine deutliche Verschiebung zu beobachten. Aufgrund des gesellschaftlichen Drucks, strengerer Umweltvorschriften und der wirtschaftlichen Realität entscheidet man sich hier zunehmend für einen anderen Ansatz: mehr Aufmerksamkeit für erhöhtes Tierwohl, Nachhaltigkeit und weniger Belastung für die Umwelt. Die Herausforderung besteht hier viel mehr in der Optimierung der Betriebsführung als in der Steigerung der Zahlen, um rentabel zu bleiben.

Tierwohl als Unterscheidungsmerkmal

In der Diskussion über ein nachhaltigeres Lebensmittelsystem gewinnt das Thema Tierschutz zunehmend an Bedeutung. Bemerkenswert ist, dass dies nicht nur zu strengeren Normen führt, sondern auch zu einer größeren Vielfalt in der Art und Weise, wie Tiere gehalten werden. Gerade diese Vielfalt bietet Chancen: für Landwirte, sich von anderen abzuheben, und für Lieferketten, auf bestimmte Marktsegmente einzugehen.

 

Wenn wir es auf den Kern reduzieren, läuft tierorientiertes Arbeiten auf ein einfaches Prinzip hinaus: Das Tier sollte so wenig wie möglich unnatürlichen Handlungen ausgesetzt sein und so viel wie möglich natürliches Verhalten zeigen können. In der Praxis bedeutet dies vor allem: mehr Platz pro Tier, die Möglichkeit, sich frei zu bewegen (mit oder ohne Auslauf), die Verwendung von Einstreu und die Vermeidung von physischen Eingriffen wie dem Kupieren von Schwänzen oder der Behandlung von Schnäbeln.

Fachkompetenz als Voraussetzung für tiergerechte Arbeit

Dieser Ansatz erfordert jedoch eine grundlegend andere Herangehensweise und ein hohes Maß an Fachkompetenz, um Gesundheitsprobleme und Verhaltensstörungen zu vermeiden. Es wird wichtiger denn je, das Lebensumfeld der Tiere so konstant und optimal wie möglich zu halten – das ganze Jahr über. Denn gerade wenn Tiere mehr Bewegungsfreiheit erhalten, reagieren sie empfindlicher auf Störungen von außen. Stressfaktoren wie Zugluft, Temperaturschwankungen oder schlechte Belüftung können das Verhalten der Tiere stark beeinflussen und sich somit direkt auf die Gesundheit und den Betriebsablauf auswirken.

Daher ist eine sorgfältige Abstimmung des Stallklimas unerlässlich. Insbesondere bei Systemen mit freilaufenden Tieren oder Auslaufmöglichkeiten ist es entscheidend, die Luftzufuhr und -verteilung gut zu durchdenken. Die Vorkonditionierung der einströmenden Luft – damit Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant bleiben und Zugluft vermieden wird – wird dabei zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Managements.

Lebensmittelproduktion im Einklang mit der Umwelt und der Natur

Durch die steigende Nachfrage nach Raum verschmelzen ländliche Gebiete, städtische Gebiete und Natur immer mehr miteinander. Während Gerüche, Staub und Emissionen – wie Ammoniak – früher als „Teil des Geschäfts“ angesehen wurden, werden sie heute zunehmend als Belästigung empfunden. Die gesellschaftliche Akzeptanz der Viehzucht ist daher nicht mehr selbstverständlich.

 

Für Unternehmer bedeutet dies, dass das Recht auf Produktion – die sogenannte „Lizenz zur Produktion“ – immer stärker mit der Begrenzung von Belästigungen, der Gewährleistung von Transparenz und der Übernahme von Verantwortung verbunden ist. Der Trend in der Gesetzgebung und Regulierung geht dabei in Richtung Zielvorgaben: Unternehmen erhalten Emissionsrechte zugeteilt und werden am Ende des Jahres auf der Grundlage ihrer tatsächlichen Emissionen abgerechnet. Wird der Grenzwert überschritten, hat dies Konsequenzen.

 

Ein zuverlässiges und effektives Emissionsminderungssystem im Stall wird damit unerlässlich. Überwachung und gute Wartung sind entscheidend, um die Anforderungen zu erfüllen. In vielen Fällen ist sogar eine permanente Messung der Emissionen vorgeschrieben. Ein vorübergehender Ausfall des Systems kann dann unmittelbar zu einer Überschreitung der Emissionsrechte führen – mit allen damit verbundenen Konsequenzen.

Energieeffizienz als Teil nachhaltiger Unternehmensführung

Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Faktor in der nachhaltigen Lebensmittelproduktion ist die effiziente Energienutzung – in welcher Form auch immer. So werden durchschnittlich etwa 60 % jedes Kilogramms Futter in Wärme umgewandelt, die nicht zum Wachstum beiträgt. In jedem Stall geht dadurch eine beträchtliche Menge an Energie über das Belüftungssystem verloren. Durch einen intelligenten Umgang damit lassen sich sowohl ökologisch als auch ökonomisch große Gewinne erzielen.

Eine interessante Entwicklung in diesem Bereich ist die Wiederverwendung von Wärme über den Luftwäscher. Das darin zirkulierende Wasser kann als (kostenloser) thermischer Puffer fungieren. Damit ist es möglich, bis zu 90 % der abgegebenen Wärme zurückzugewinnen und innerhalb des Stallsystems wiederzuverwenden. Dies führt nicht nur zu erheblichen Einsparungen bei den Energiekosten, sondern trägt auch konkret zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks des Unternehmens bei. Die Vermeidung von Energieverschwendung wird damit nicht nur zu einem Umweltziel, sondern auch zu einer betriebswirtschaftlichen Chance.

Die Lösung liegt in der Synergie

Der Übergang zu einem nachhaltigeren Lebensmittelsystem erfordert keine einzige goldene Lösung, sondern eine intelligente Kombination aus Erkenntnissen, innovativen Techniken und Verantwortlichkeiten. Tiergerechte Arbeitsweise, Emissionsreduzierung, Energieeffizienz und gesellschaftliche Integration sind keine separaten Themen, sondern untrennbar miteinander verbunden. Gerade in diesem Zusammenhang – der Synergie – liegt der Schlüssel zum Fortschritt.

 

Synergy+ steht für eine Gesamtlösung, bei der wir Herausforderungen im Bereich des Tierschutzes und der Belästigung von Mensch und Umwelt mit einer besseren Rendite und mehr Arbeitsfreude für den Unternehmer verbinden.

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